Goldberyll / Heliodor

Goldberyll (Heliodor) in natürlicher kristalliner Form

Der Begriff Heliodor ist abgeleitet vom griechischen Wort Helios (Sonne) und bedeutet im übertragenen Sinne „Geschenk der Sonne“. Heliodor, die gemmologische Bezeichnung ist Goldberyll, zeigt gelb-grüne bis goldgelbe Steine, welche 1910 in den Pegmatiten von Rössing in Namibia gefunden wurden. Der Name Heliodor wurde ursprünglich als Handelsname für diesen Goldberyll von Rössing verwendet. Gelbe Berylle waren jedoch schon früher aus Madagaskar und Brasilien bekannt.

Goldberyll / Heliodor ist eine Varietät des Beryll Be3Al2(Si6O18). Er kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem, die Mohs´sche Härte ist 7.5 bis 8. Die gelbe Farbe entsteht durch Eisen (Fe3+) und die recht hellgrüne bis flaschengrüne Farbe durch sehr geringe Urangehalte (UO2). Manche Heliodore sind schwach radioaktiv, was aber völlig gefahrlos ist.

Es ist bekannt, dass Eisen in zwei Wertigkeiten (Fe2+ und Fe3+) und in zwei unterschiedlichen kristallographischen Plätzen in der Beryllstruktur vorkommen. Die relative Konzentration von Fe2+ bis Fe3+ und ihre Position innerhalb der Beryllstruktur ist ausschlaggebend, ob sich grüne, blaue oder gelbe Farben entwickeln. Wird Aluminium in der oktaedrischen Struktur durch Fe3+ ersetzt, ensteht eine gelbe Farbe. Ist jedoch Fe2+ gegenwärtig, ist die Farbe gewöhnlich blau. Blaugrüne Farben entstehen, wenn sowohl Fe2+ als auch Fe3+ vorhanden sind. Verbleibt Fe2+ nur in der oktaedrischen Position oder Fe3+ nur in den Kanälen, ist der Beryll farblos.

Vorkommen gibt es in Australien, Brasilien, Frankreich, Madagaskar, Namibia, Pakistan, Russland, Zimbabwe, Ukraine, USA und Zambia.